Leitfaden Bürgerdialog

Leitfaden „Bürgerdialog für kommunale Unternehmen“ gibt anschauliche Tipps für Beteiligungsverfahren

Im VKU Verlag ist jetzt ein Leitfaden für Bürgerbeteiligung erschienen, der sich speziell an kommunale Unternehmen richtet. Für sie ist Bürgerbeteiligung besondere relevant – schließlich leben das Unternehmen und seine Mitarbeiter*innen sozusagen Tür an Tür mit den Kund*innen und letztlich den Eigentümer*innen, nämlich den Bürger*innen der Kommunen.

Der Leitfaden stammt aus den Federn von Christiane Heddenhausen und Armin Erkens von der Agentur navos – Public Dialogue Colsultants und gibt konkrete Tipps aus der Beratungspraxis weiter. Gut lesbar, fundiert und kompakt aufbereitet zeigt der 62 Seiten starke Band, welche Maßnahmen es für die Information, den Dialog und die Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger in den einzelnen Projektphasen gibt. Und er sensibilisiert, welche Maßnahmen für welches Projekt sinnvoll sind.

Der „Leitfaden Bürgerdialog für kommunale Unternehmen“ ist unter www.vku-verlag.de/buecher-broschueren für 39 Euro zu beziehen. VKU Mitgliedsunternehmen erhalten diesen zum Mitgliederpreis von 25 Euro.

Drei Fragen an…

Zur Bedeutung von Beteiligung und Ergebnissen aus dem Deutschen Akzeptanzatlas habe ich den Autor*innen drei Fragen beantwortet. Die in dem Band leicht gekürzten Antworten sind nachfolgend in voller Länge aufbereitet:

1. Sie haben den Deutschen Akzeptanzatlas erarbeitet. Was erwarten die Bürgerinnen und Bürger heute von guter Beteiligung?

Am häufigsten wurde in der lokalen, regionalen und überregionalen Presseberichterstattung, die wir bundesweit untersucht haben, die Erwartung genannt, überhaupt Hinweise zur Projektgestaltung abzugeben. Das ist sozusagen ein Mindestmaß an Beteiligung. Bürger*innen ist darüber hinaus das ernsthafte Eingehen auf Vorschläge besonders wichtig. Ebenso Transparenz und Wertschätzung seitens des Vorhabenträgers. Politiker legten besonderen Wert darauf, Frühzeitig informiert und eingebunden zu werden.

2. Wie haben sich die Erwartungen in den vergangenen 20 Jahren verändert?

Da der Akzeptanzatlas erstmalig erschienen ist, können wir dazu aus den Daten noch nichts ablesen. Aus der sozialwissenschaftlichen Forschung wissen wir aber, dass das Bedürfnis, sich aktiv einzubringen und die allgemeine Tendenz viel mehr infrage zu stellen, zugenommen haben. Der Wunsch nach Beteiligung richtet sich dabei nicht mehr nur an die Politik, sondern auch an Unternehmen. Kommunale Unternehmen sind hier besonders betroffen. Schließlich leben diejenigen, die das Unternehmenshandeln betrifft, sozusagen Tür an Tür mit Stadtwerken und Co. Und mit – insbesondere lokaler – Betroffenheit steigt der Wunsch, mitzuentscheiden.  

3. Wie wichtig sind interdisziplinäre, auf Kommunikation geschulte Teams?

Beteiligungsprozesse verlangen ein ganzes Set an professionellen Kompetenzen. Angefangen damit, wie man einen Beteiligungsprozess aufsetzt, dass möglichst vielfältige Interessen angemessen repräsentiert sind, bis zur Frage, wie man im laufenden Prozess diejenigen informiert, die nicht an partizipativen Veranstaltungsformaten teilnehmen können. Da sind gemischte Teams von Experten mit kommunikationswissenschaftlichem, politikwissenschaftlichen oder auch technischem Hintergrund gefragt. Klar ist inzwischen, dass Kommunikation bei kritischen Projekten zentraler Erfolgsfaktor ist. Sie sollte daher von Profis übernommen werden.