Partizipation in die Unternehmenskommunikation implementieren | Bürgerbeteiligung Partizipation

Partizipation in die Unternehmenskommunikation implementieren: Buchbeitrag zeigt strategischen Rahmen

Kürzlich ist der Band „Partizipation für alle und alles? Fallstricke, Grenzen und Möglichkeiten“ (Springer VS, Wiesbaden, 2020; 34,99 €, ISBN 978-3-658-27897-7) erschienen, den Astrid Lorenz, Christian P. Hoffmann und Uwe Hitschfeld herausgegeben haben. Darin findet sich auch ein Beitrag von mir, in dem ich Bedeutung und Funktion von Partizipation in der Unternehmenskommunikation beschreibe.

Worum es in dem Aufsatz geht:

Aus der gewachsenen Erwartung der Zivilgesellschaft zu partizipieren, ist in den vergangenen Jahren insbesondere in Unternehmen sowie in von ihnen beauftragten Agenturen ein neues Handlungsfeld der strategischen Kommunikation hervorgegangen, dessen Akteure sich unter dem Begriff der ‚Akzeptanzkommunikation‘ versammeln. Der vorliegende Aufsatz befasst sich mit der Gestalt dieses Handlungsfeldes. Er nimmt strategische Kommunikationsziele, Instrumente sowie das Berufsfeld in den Blick. Im Mittelpunkt steht dabei die Frage, wie Partizipation zu Akzeptanz beitragen kann, die aus Sichtweise der neo-institutionalistischen Organisationstheorie diskutiert wird. Daraufhin wird Partizipation aus theoretischer Perspektive des Kommunikationsmanagements konzeptualisiert und ein Framework zur Implementierung von Partizipation für die Unternehmenskommunikation entwickelt. (Krebber 2020, S. 363)

Am Ende des Buch-Beitrags zeige ich relevante Dimensionen auf, die bei der Implementierung von Partizipation in Unternehmen zu beachten sind. Sie sind quasi ein strategischer Rahmen für die Erstellung einer Partizipationsstrategie von Unternehmen und für die Kommunikationsplanung. Ich stelle sie hier zur Verfügung, um sie einem breiteren Publikum zugänglich zu machen:

Strategischer Rahmen zur Implementierung von Partizipation in Unternehmen. Dimensionen für die Planung der Unternehmenskommunikation. Eigene Abbildung nach Krebber 2020.
Strategischer Rahmen zur Implementierung von Partizipation in Unternehmen. Dimensionen für die Planung der Unternehmenskommunikation. Eigene Abbildung nach Krebber 2020.

Strategie: Beteiligungsergebnisse fließen in die Strategieformulierung mit ein und Beteiligung wird als strategisch wichtige Aufgabe der Kommunikationsfunktion übertragen. Sie zahlt auf das Erreichen strategischer Ziele des Unternehmens ein. Damit gewinnt Beteiligung an Relevanz und an Beteiligungsprozessen Beteiligte erfahren die notwendige Wertschätzung.

Strukturen: Kommunikatoren sind strukturell eingebunden in Entscheidungsgremien und „sitzen mit am Tisch“. Auch wenn das Kommunikationsmanagement als Second-Order-Management die Unternehmensentscheidungen nicht selber trifft, ist es an Sitzungen beteiligt, in denen entschieden wird und kann dort beratend unterstützen.

Prozesse: Die Unternehmenskommunikation setzt geeignete Formate der Beteiligung auf und moderiert (ggf. auch unterstützt durch Agenturen) Kommunikationsprozesse.

Ressourcen: Das Unternehmen stellt der Kommunikationsabteilung geeignete finanzielle Ressourcen zur Verfügung, um Beteiligungsinstrumente implementieren und fortlaufend finanzieren zu können. Es investiert zeitliche Ressourcen des (Top-)Managements, um es in Kenntnis von Beteiligungsergebnissen zu setzen.

Kompetenzen: Die Kommunikationsabteilung entwickelt die Kompetenzen ihrer Kommunikatoren weiter – etwa im Hinblick auf Moderationskompetenz oder der kommunikativen Befähigung Dritter. Zudem bildet sie Angehörige des Unternehmens, wie etwa Ingenieure, kommunikativ weiter, damit diese als Gesprächspartner und Vertreter des Unternehmens in Beteiligungsangebote einbezogen werden können.

Kultur: Das Unternehmen schafft eine beteiligungsfreundliche und wertschätzende Kultur, die Partizipation als Quelle von Innovationen und als selbstverständlich zu erfüllende Erwartung der Zivilgesellschaft auffasst.“

Krebber 2020, S. 376-377

Die Dimensionen bleiben auch in Zeiten von Corona relevant. Neuerungen werden sich wohl verstärkt auf Ebene der Prozesse (Maßnahmen) ergeben. Der Umstieg auf digitale Formate zeigt sich bereits in den ersten Projekten. Auf Akzeptanzblogger.de wollen wir diese Entwicklung begleiten und Erfahrungen zu digitaler Beteiligung sammeln. Stay tunded!

Sie haben Erfahrungen mit digitaler Bürgerbeteiligung? Schreiben Sie mir und teilen Sie Ihre Erkenntnisse hier in unserem Blog.

APA-Zitation des Beitrags und Zugriff via SpringerLink: Krebber, F. (2020). Partizipation und reflexive Vermittlung in der gesellschaftsorientierten Kommunikation von Unternehmen. In A. Lorenz, C. P. Hoffmann, & U. Hitschfeld (Hrsg.), Partizipation für alle und alles? Fallstricke, Grenzen und Möglichkeiten (S. 363–382). Wiesbaden: Springer VS. https://doi.org/10.1007/978-3-658-27898-4_20