Treffen des DPRG-Arbeitskreises Akzeptanzkommunikation im Berliner Büro von Hill+Knowlton Strategies.

Definition von Akzeptanzkommunikation: DPRG-Arbeitskreis bringt erstes Ergebnis

Was ist Akzeptanzkommunikation? Der Arbeitskreis Akzeptanzkommunikation der Deutschen Public Relations Gesellschaft hat eine Definition seines Gegenstands vorgelegt und beschreibt, was er unter „Akzeptanzkommunikation“ versteht. Obwohl sich bei der Gründung des Arbeitskreises im Sommer noch einige Teilnehmer mit dem Label schwertaten, blieb es doch der größte gemeinsame Nenner. Die Argumente damals waren sehr nachvollziehbar: Wird mit dem Begriff der Akzeptanzkommunikation nicht das Ergebnis eines Kommunikationsprozesses vorweggenommen? Kann Kommunikationshandeln nicht – wie jedes Handeln auch – scheitern und damit eben nicht zu Akzeptanz führen? Ganz abgesehen davon: Welche Akzeptanz wird der Begriff Akzeptanzkommunikation bei Stakeholdern entfalten?
Sicherlich wird „Akzeptanzkommunikation“ nie Job-Title werden, aber der Begriff dient durchaus gut dazu, das Handlungsfeld zu beschreiben. Darüber waren sich die Praktiker aus (Groß-) Unternehmen und Beratungen einig. Denn klar ist, dass Akzeptanzkommunikation im Sinne von Kommunikation bei kontroversen Vorhaben und Projekten natürlich Teil strategischer Kommunikation ist und damit Legitimation und Akzeptanz von Unternehmenshandeln zum Ziel hat. Legitimation gegenüber Anspruchsgruppen gelingt bekanntlich dann, wenn ihre Erwartungen in Entscheidungsprozessen berücksichtigt werden. Unternehmenshandeln, das sich an diesen Erwartungen orientiert, macht sich akzeptierbar.

Eine Arbeitsgruppe, die sich im Sommer beim Gründungsworkshop bildete, hat dieses Akzeptanzverständnis in den Mittelpunkt gestellt. Es basiert auf den Gedanken, die ich in meinem Ansatz inputorientierter Organisationskommunikation entwickelt habe. Ich hatte die Chance, gemeinsam mit Kommunikationspraktikern einen Definitionsvorschlag zu erarbeiteten, der im Arbeitskreis zur Diskussion gestellt wurde. Nach sehr fruchtbarer Diskussion im Arbeitskreis, entstand die am 5. November in Berlin gemeinsam verabschiedete Definition des Begriffs Akzeptanzkommunikation:

„Akzeptanzkommunikation ist ein Handlungsfeld strategischer Kommunikation, das der Legitimation von Organisationen (Unternehmen, Verbände, Vereine) und ihrem Handeln dient. Ziel ist es, technologische, gesellschaftliche, sowie Industrie- und Infrastrukturprojekte in Einklang mit gesellschaftlichen Erwartungen zu realisieren. Besondere Relevanz bekommt Akzeptanzkommunikation immer dann, wenn Organisationsziele potenziell oder faktisch im Konflikt zu Wertvorstellungen in der Gesellschaft stehen. Akzeptanzkommunikation verwendet sämtliche Kommunikations-Instrumente, insbesondere Dialog- und Beteiligungsformate. Zentrale Aufgaben sind die frühzeitige Identifikation und Analyse von internen und externen Stakeholdern sowie ihrer Erwartungen, die Konzeption, Realisation und Evaluation geeigneter Kommunikationsmaßnahmen, Interessenvertretung im öffentlichen Raum sowie die Beratung des (Top-) Managements hinsichtlich der Akzeptabilität von Projekten von Anfang an. Akzeptanzkommunikation ist nicht zwingend eine eigene Funktion, sondern Querschnittsaufgabe professioneller Kommunikation. Im Handlungsfeld sind Kommunikator*innen in Agenturen und Beratungen sowie Unternehmen, Verbänden und Vereinen tätig.“
(Deutsche Public Relations Gesellschaft e.V., Arbeitskreis Akzeptanzkommunikation. Gemeinsam erarbeitet durch Mitglieder des Arbeitskreises und verabschiedet in Berlin am 5. November 2018)

In der Sitzung wurden darüber hinaus weitere Ziele, die Mission und Vision des Arbeitskreises sowie konkrete Arbeitspakete beschlossen. Alle Inhalte sind kompakt zusammengefasst in einer Präsentation, die hier zum Download zur Verfügung steht.

Mehr zum Arbeitskreistreffen am 5. November 2018 lesen Sie hier: https://dprg-journal.de/bundesverband/919-dprg-ak-akzeptanzkommunikation-formuliert-vision-und-mission-erstes-arbeitspaket-beschlossen